Kinderorthopädie/Ortho-Fit Programm

Die Kinderorthopädie ist nicht die Orthopädie kleiner Erwachsener. Die Behandlung der Kinder erfordert eine stetige Anpassung an das körperliche Wachstum und die geistige Entwicklung der Patienten. Ich stelle mich der Herausforderung, Kindern und Jugendlichen bei den angeborenen und erworbenen Problemen des Stütz- und Bewegungsapparat zu helfen.

Spezielle orthopädische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind z.B. die Hüftdysplasie, der Klumpfuss, der Morbus Perthes, die Skoliose der Wirbelsäule oder die Epiphyseolysis capitis femoris. Aber auch Verletzungen und Knochenbrüche erfordern bei Kindern spezielles Wissen und andere Behandlungsmethoden als beim Erwachsenen.
Ausserdem bewegen sich  unsere Kinder zu wenig und sitzen zu viel – im Schnitt 8,5 Stunden pro Tag. Dieser Bewegungsmangel bildet den Grundstein für eine Schmerzspirale: Wer sich nicht ausreichend bewegt, entwickelt nicht die Muskelkraft, die notwendig ist, den Körper aufrecht zu halten. Aus Haltungsfehlern können Haltungsschäden und daraus wiederum frühzeitige Verschleißerkrankungen resultieren.
Unter dem Motto „Kinderfüße auf dem Prüfstand“ wurden 1.000 Kindergartenkinder untersucht. Ergebnis: Beinahe jedes dritte Kind (28 Prozent) gehört nach Ansicht der Experten in medizinische Betreuung. Fast 18 Prozent der untersuchten Kinder zeigten orthopädische Auffälligkeiten wie etwa Knick-Senk-Füße oder Skoliosen (Wirbelsäulenverkrümmung). Auch Muskelverkürzungen und Koordinationsstörungen wurden festgestellt.

Durch meine Ausbildung als Assistenzarzt in der Kinderorthopädie des Olgahospital Stuttgart konnte ich die hierzu notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben.
Wichtig zu wissen ist, dass viele kinderorthopädische Erkrankungen zunächst keine Beschwerden verursachen, Probleme jedoch bei frühzeitigem Erkennen häufig verhindert werden können. Aus diesem Grund empfiehlt der Berufsverband orthopädische Vorsorgeuntersuchungen im Wachstumsalter.

Vor allem im ersten Lebensjahr kann man viele Schäden noch mit einfachen Maßnahmen erfolgreich behandeln. Ab dem zweiten Lebensjahr wachsen Kinder langsamer, und Fehlstellungen können nicht mehr so leicht behoben werden. Demnach empfiehlt sich beispielsweise für die vierte bis sechste Lebenswoche eine orthopädische Säuglingsuntersuchung, zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr eine orthopädische Schuleintrittsuntersuchung oder bei Jugendlichen eine Berufstauglichkeitsuntersuchung.
Die untersuchten Kinder erhalten im Anschluss eine Urkunde, während Sie als Eltern mit umfangreichem Informationsmaterial rund um orthopädische Vorsorgeuntersuchungen ausgestattet werden. Dazu gehört ein orthopädischer Vorsorgekalender – eine Auflistung der wesentlichen Untersuchungen, mit denen Haltungsschäden frühzeitig erkannt und behandelt werden können.