Schulsport

Verletzt im Schulsport!Schulsport

Fünf Prozent aller Schüler verletzen sich jedes Jahr beim Schulsport. Dadurch wird eines der Hauptziele des Sportunterrichts, die Kinder zu lebenslangem Sporttreiben zu motivieren, in Frage gestellt.

„Meistens kommt es zu Bagatellverletzungen“, so Dr. Lukas. Dafür verantwortlich könnten einerseits hormonelle Veränderungen sein, die zur psychischen Instabilität führen. Andererseits könnten ausgeprägte Proportionsverschiebungen durch schnelles Längenwachstum gestörte motorische Handlungsabläufe, Selbstüberschätzung und Konzentrationsmangel mit sich bringen. Ein großer Teil der Unfälle passiert beim Ballsport.

Bei den Schülerinnen sind neben der Ballannahme und speziellen Geräteturnübungen vor allem Balltechniken wie Pritschen, Prellen und Schießen die vorrangig riskanten Situationen. Dies kann man mit sozialisationsbedingten Defiziten der Mädchen im Umgang mit Bällen erklären. Bei den Schülern zeigte sich dagegen, dass motorische Fehlhandlungen und äußere Gewalteinwirkungen wie mangelnde Übersicht, Konzentrationsschwächen und dadurch auch unkontrolliertes und mit negativ belastetes Spiel einschließlich Foulspiel Unfallsituationen provozierten. Da sich die Mehrzahl der Unfälle in komplexen Spielsituationen ereignete, müsse sichergestellt sein, dass die sportlichen Handlung gekonnt ist, bevor die Anwendung im Wettkampfspiel erfolgt. Zudem sollten schulsportadäquate Regelanpassungen sowie methodisch organisatorische Maßnahmen zur besseren Überschaubarkeit von Spielsituationen und soziales Handeln stärker in der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden.