Skifahren

Skifahren ist sicher wie nie

Die Zahl der Skifahrer steigt und steigt. Trotzdem bleibt die Zahl der Verletzten weitgehend konstant. “Wir haben zwischen 1994 und 2007 über 11000 Fragebögen von Patienten nach Skiunfällen ausgewertet und die Ergebnisse mit den österreichischen Lift-Statistiken in Beziehung gesetzt”, sagte Dr. Erwin Aschauer vom Landeskrankenhaus Bad Ischl in Österreich. Das Ergebnis: Das Risiko, heute einen Skiunfall zu erleiden, der einen Arztbesuch erforderlich macht, liege demnach bei etwa 0,7 Prozent pro Saison, so der Experte.

Was sich in den letzten zehn Jahren allerdings spürbar verschoben hat, ist das Verletzungsmuster. “Das geht parallel mit der Einführung der Carving-Ski”, so Aschauer. Diese Ski sind kürzer und wendiger, was das Risiko von Verletzungen der unteren Extremität verringert. So waren im Jahr 1998 noch knapp 55 Prozent aller Verletzungen beim Skifahren im Bereich der unteren Extremität. In der Saison 2006/2007 waren es nur noch etwa 46 Prozent. “Erfreulich ist dagegen die Entwicklung bei Unfällen mit Kopfbeteiligung”, so Aschauer in Garmisch. Im Jahr 2006 waren es noch 9 Prozent, und im Jahr 2007 lag die Quote rekordverdächtig niedrig bei 6,6 Prozent. Das korreliert deutlich mit der Verbreitung von Skihelmen.

Die Pistenfrequenz korreliert nicht mit der Häufigkeit von Skiunfällen: So ist das Verletzungsrisiko zwischen 11 und 16 Uhr genauso hoch wie davor oder danach, und am Wochenende und in den Ferien ist es genauso hoch wie in der Nebensaison. Was die Statistik auch nicht hergibt ist ein oft postuliertes, erhöhtes Risiko am zweiten oder dritten Tag eines Skiurlaubs.

Trotzdem gibt es natürlich Determinanten für Unfälle: schlechte äußere Bedingungen zum Beispiel. “Bei schlechter Sicht und schlechten Pistenverhältnissen sehen wir deutlich vermehrt Unfälle mit Verletzungsfolge”, betonte Aschauer. Die vielleicht wichtigste Unfallursache aber bleibt riskantes Fahrverhalten. So seien in der Saison 2006/2007 etwa 15 Prozent der Verletzungen auf Kollisionen infolge unaufmerksamen oder riskanten Fahrstils zurückzuführen gewesen.

Fazit: Einen Helm zu tragen und die zehn Pistenregeln der internationalen Skiverbände zu beachten, schützt am besten davor, einen Arzt im Skiurlaub aufsuchen zu müssen.